Lavendelöl aus der Provence, was die Herkunft auf der Flasche verrät und was nicht
Lavendelöl aus der Provence nennt eine Herkunft, keine Pflanze. Die Provence in Südfrankreich ist die bekannteste Anbauregion für Lavendel und Lavandin, und beide werden dort zu Öl destilliert. Welches von beiden im Fläschchen ist, steht nicht in der Herkunftsangabe, sondern nur im botanischen Namen daneben.
Von der Redaktion von Diffuserkaufen.deAktualisiert am 2. November 20265 Min. Lesezeit

Kurz gesagt
- Die Provence ist eine Herkunft; auf ihren Feldern wachsen echter Lavendel und der ertragreichere Lavandin, und beide werden als Lavendelöl verkauft.
- Nur der botanische Name auf dem Etikett sagt, welche Pflanze im Fläschchen ist; die Angabe Provence allein lässt das offen.
- Je nach Pflanze riecht das Öl weich und blumig oder frisch und kampferig, und im Diffuser genügen wenige Tropfen.
Wofür die Provence auf der Flasche steht
Die Provence liegt im Südosten Frankreichs, zwischen Rhône und Alpen. Auf den Hochebenen der Haute-Provence und an den Hängen darüber wächst echter Lavendel seit langem, zuerst wild, später in Kultur. In den tieferen, ebeneren Lagen stehen heute vor allem Felder mit Lavandin, die auf den bekannten Sommerfotos in geraden Reihen bis zum Horizont laufen. Beide Pflanzen werden nach der Ernte in Destillerien der Region mit Wasserdampf zu Öl verarbeitet.
Für Lavendelöl aus der Haute-Provence gibt es eine geschützte Ursprungsbezeichnung, die an ein abgegrenztes Gebiet, eine bestimmte Pflanze und ein festgelegtes Verfahren gebunden ist. Sie gilt nur für Öle, die diese Bezeichnung auch auf dem Etikett tragen. Das Wort Provence für sich ist nicht geschützt und sagt zunächst nur, aus welcher Landschaft das Öl stammt.
Zwei Pflanzen aus derselben Landschaft
Echter Lavendel, Lavandula angustifolia, ist die kleinere der beiden Pflanzen. Sie bevorzugt die kühleren Höhenlagen, bildet schmale Blütenstände und liefert bezogen auf die Fläche vergleichsweise wenig Öl. Dieses Öl gilt als fein und ausgewogen und ist entsprechend teurer.
Lavandin, Lavandula x intermedia, ist eine Kreuzung aus echtem Lavendel und Speiklavendel. Die Pflanze ist größer, blüht üppiger, gedeiht auch in tieferen Lagen und gibt deutlich mehr Öl her. Ihr Öl enthält mehr Kampfer und riecht deshalb frischer und schärfer. Steht auf einem günstigen Fläschchen nur Lavendelöl ohne weitere Angabe, ist häufig Lavandin gemeint.
| Merkmal | Echter Lavendel | Lavandin |
|---|---|---|
| Botanischer Name | Lavandula angustifolia | Lavandula x intermedia |
| Typische Lage in der Provence | Hochebenen und Hänge | Tiefere, weite Felder |
| Ausbeute je Fläche | Gering | Hoch |
| Duft | Weich, blumig, rund | Frisch, krautig, kampferig |
| Preis | Höher | Günstiger |
| Steht auf dem Etikett oft als | Echter Lavendel, Lavande fine, Lavande vraie | Lavandin oder schlicht Lavendel |
Warum die Herkunft nichts über die Pflanze verrät
Beide Pflanzen wachsen in derselben Region, werden auf dieselbe Weise destilliert und dürfen beide als Lavendelöl aus der Provence verkauft werden. Die Herkunft ist also kein Hinweis auf die Sorte. Sie sagt auch nichts darüber, ob das Öl rein ist oder mit anderen Ölen gemischt wurde, und nichts über die Qualität einer bestimmten Ernte.
Hinzu kommt, dass die Provence ein Verkaufsargument ist. Das Wort steht groß auf dem Etikett, weil Käufer es kennen und ein Bild damit verbinden. Was im Fläschchen ist, steht kleiner daneben. Darum lohnt es sich, die Flasche umzudrehen und vier Angaben zu suchen.
- Den botanischen Namen, also Lavandula angustifolia für echten Lavendel oder Lavandula x intermedia für Lavandin. Fehlt er, bleibt die Pflanze offen.
- Die Herkunft als Land oder Region, bei manchen Anbietern bis hin zur Destillerie. Je genauer die Angabe, desto eher lässt sie sich nachverfolgen.
- Die Bezeichnung 100 % naturreines ätherisches Öl. Steht dort Duftöl, Parfümöl oder Raumduft, ist es kein ätherisches Öl, auch wenn die Provence auf der Vorderseite prangt.
- Eine Chargen- oder Lotnummer. Sie ordnet das Öl einer bestimmten Destillation zu und gehört bei sorgfältigen Anbietern dazu.
So riecht Lavendelöl aus der Provence
Ein Öl vom echten Lavendel riecht beim Öffnen zuerst leicht grün, dann blumig und etwas süß, ohne stechende Spitze. Im Raum wird es weich und bleibt im Hintergrund. Lavandin setzt frischer an; der Kampfer gibt ihm eine kühle, fast minzige Kante, die viele als sauber und klar empfinden. Welches Öl das richtige ist, hängt davon ab, was Sie mit dem Duft vorhaben.
Im Schlafzimmer greifen viele zum echten Lavendel, weil sein Duft rund und leise ist; viele empfinden ihn als beruhigend. Für Bad und Flur ist Lavandin oft die praktischere Wahl, weil er sich deutlicher gegen Feuchtigkeit und Alltagsgerüche behauptet. In einem Diffuser lassen sich beide verwenden, sofern das Gerät eigenes Öl aufnimmt; Geräte mit fertigen Duft-Pods tun das nicht. Welche Bauart was kann, steht in unserem Vergleich der Diffuser mit Wassertank und ohne.
Wohin das Öl im Haus passt
Lavendel ist einer der wenigen Düfte, die in fast jedem Raum ihren Platz finden. Entscheidend ist, dass das Öl nicht offen auf Stoff oder Möbel kommt, sondern einen Träger oder ein Gerät bekommt.
- Schlafzimmer: wenige Tropfen im Diffuser am Abend, danach ausschalten; der Duft hält sich noch im Raum, wenn das Gerät schon still ist.
- Wäscheschrank: das Öl nie direkt auf Textilien, sondern auf ein Stück unbehandeltes Holz, einen Duftstein oder ein Säckchen mit getrockneten Blüten, das zwischen die Wäsche gelegt wird.
- Bad und Flur: hier darf es Lavandin sein; die frische Note passt zu Räumen, in denen es sauber riechen soll.
- Wohnzimmer: Lavendel verträgt sich mit Zitrusölen und Zedernholz, damit der Raum nicht nach Wäscheschrank riecht.
Für das Schlafzimmer zählt neben dem Duft auch das Geräusch des Geräts. Welche Modelle die Hersteller als besonders leise angeben, steht in unserem Überblick der Diffuser nach Lautstärke laut Hersteller.
Sparsam dosieren
Lavendelöl ist ein Konzentrat, und das Öl aus der Provence ist davon nicht ausgenommen. Im Ultraschall-Diffuser reichen wenige Tropfen auf den gefüllten Tank; beim Vernebler ohne Wasser noch weniger, weil das Öl pur in die Luft gelangt. Fangen Sie niedrig an und erhöhen Sie erst bei der nächsten Füllung, falls der Duft zu zurückhaltend war. Zu viel Öl macht den Duft scharf statt weich, und ein feines Öl vom echten Lavendel ist dann verschenkt.
Wer den Duft im ganzen Raum und nicht nur am Nachttisch wahrnehmen möchte, braucht ein Gerät, das zur Raumgröße passt und mit dem Öl haushaltet. Welche Geräte für welche Fläche gedacht sind und was eine Füllung im Monat kostet, zeigt unser Vergleich der Geräte nach Raumgröße und Duftkosten.
Vom Fläschchen zum Gerät
Unser Vergleich zeigt, welche Aroma-Diffuser eigenes Öl aufnehmen und welche mit Pods arbeiten, für welche Raumgröße die Hersteller sie angeben und was der Duft im Monat kostet.


