Ätherische Öle kaufen und am Etikett erkennen, was in der Flasche steckt

Wer ätherische Öle kaufen möchte, achtet zuerst auf drei Dinge: den lateinischen Pflanzennamen, die Angabe 100 % naturreines ätherisches Öl und eine kleine, dunkle Glasflasche mit Tropfeinsatz. Fehlt eines davon, lohnt ein zweiter Blick, egal ob Sie im Laden stehen oder online bestellen.

Von der Redaktion von Diffuserkaufen.deAktualisiert am 2. Oktober 20265 Min. Lesezeit

Drei braune Glasfläschchen mit leeren Etiketten auf einer hellen Tischplatte im Sonnenlicht, daneben eine Pipette, ein Lavendelzweig und eine Orangenschale, im Hintergrund Fenster mit Blick aufs Wasser

Kurz gesagt

  • Botanischer Name, Pflanzenteil, Herkunftsland, Chargennummer und Haltbarkeit stehen meist auf einem ordentlich gekennzeichneten Fläschchen.
  • Duftöl, Aromaöl und naturidentisch bezeichnen etwas anderes als ein naturreines ätherisches Öl.
  • Kleine Flaschen kaufen und kühl, dunkel und fest verschlossen lagern, denn Öle altern, Zitrusöle am schnellsten.

Die Vorderseite sortiert vor

Im Regal sehen viele Fläschchen fast gleich aus. Den Unterschied machen oft ein oder zwei Wörter unter dem Duftnamen. Bevor Sie das Kleingedruckte lesen, klärt die Vorderseite, welche Art von Produkt Sie in der Hand halten.

AufschriftWas meist dahinterstecktPasst, wenn Sie
100 % naturreines ätherisches ÖlNur das Öl der genannten Pflanze, ohne Zusatz von Alkohol, Trägeröl oder künstlichen Duftstoffengenau diese Pflanze riechen möchten
NaturidentischEinzelne Duftstoffe, die chemisch nachgebaut wurden und in der Natur ebenso vorkommeneinen bestimmten Duft günstiger suchen und keinen Wert auf die Herkunft legen
Duftöl, Aromaöl, ParfümölEine komponierte Mischung, oft verdünnt, teils mit Duftnoten, die keine Pflanze lieferteinen Fantasieduft wie frische Wäsche möchten
Ätherisches Öl ohne naturreinKann rein sein, kann aber auch gemischt oder gestreckt seinvorher die Rückseite prüfen

Keine dieser Varianten ist grundsätzlich schlecht. Ärgerlich wird es nur, wenn der Preis eines naturreinen Öls verlangt wird und ein Aromaöl in der Flasche ist. Achten Sie außerdem darauf, ob das Öl für Ihr Gerät gedacht ist: Manche Diffuser nehmen eigene Öle auf, andere arbeiten nur mit fertigen Kapseln ihres Herstellers. Was bei welchem Gerät passt, zeigt unsere Gegenüberstellung von Diffusern mit Tank und mit Duftkapsel.

Das Kleingedruckte auf der Rückseite

Ein seriöser Anbieter versteckt nichts. Auf der Rückseite oder dem Beipackzettel finden Sie die Angaben, mit denen sich ein Öl eindeutig zuordnen lässt. Fehlen mehrere davon, kaufen Sie eher einen Namen als ein bestimmtes Öl.

  • Der botanische Name in Latein, etwa Mentha x piperita für Pfefferminze. Deutsche Namen wie Minze oder Zeder stehen für mehrere Pflanzen.
  • Der Pflanzenteil, also Blüte, Blatt, Schale, Holz oder Harz. Er verändert den Duft, auch bei derselben Pflanze.
  • Das Herkunftsland, weil Klima und Boden den Duft mitprägen.
  • Eine Chargennummer, mit der sich die Flasche einer bestimmten Abfüllung zuordnen lässt.
  • Ein Mindesthaltbarkeitsdatum oder ein Hinweis, wie lange das Öl nach dem Öffnen gut bleibt.
  • Gefahrenhinweise und Symbole, die bei konzentrierten Ölen üblich sind.

Was die Flasche über den Inhalt erzählt

Ätherische Öle mögen weder Licht noch Luft. Deshalb kommen gute Öle in braunem, blauem oder violettem Glas, nicht in klarem Glas und nicht in Kunststoff, den manche Öle angreifen können. Ein Tropfeinsatz im Flaschenhals ist ein gutes Zeichen, denn er lässt nur einzelne Tropfen heraus und hält die Öffnung klein.

Auch die Größe sagt etwas. Ätherische Öle werden tropfenweise verwendet, darum sind kleine Fläschchen üblich. Eine große Flasche zu einem auffallend niedrigen Preis passt selten zu einem naturreinen Öl aus Blüten oder Holz.

Warum ein Öl so viel mehr kostet als das andere

Die Preise innerhalb eines Sortiments liegen oft weit auseinander, und das hat einen einfachen Grund. Manche Pflanzen geben sehr wenig Öl her. Für Rosenöl braucht es eine riesige Menge Blüten, Sandelholz wächst langsam und ist knapp. Die Schalen von Orange oder Zitrone dagegen enthalten viel Öl und fallen ohnehin an.

Ein hoher Preis beweist zwar keine Qualität, ein zu niedriger Preis bei einem seltenen Öl ist aber ein Hinweis. Bei Rose, Jasmin oder Sandelholz werden günstige Varianten häufig verdünnt angeboten, etwa in Jojobaöl. Das ist in Ordnung, solange es auf dem Etikett steht.

Wo man ätherische Öle bekommt

Grundsätzlich gibt es vier Wege, und jeder hat seine Stärken. Wichtiger als der Ort ist, ob Sie die Angaben von oben vor dem Kauf sehen können.

  • Apotheke: meist kleine Auswahl, dafür Beratung und Öle mit vollständiger Kennzeichnung, oft auch auf Bestellung.
  • Drogerie: günstige Einstiegsöle und viele Duftmischungen; hier lohnt der Blick auf die Vorderseite besonders.
  • Bioladen und Reformhaus: häufig Öle aus kontrolliert biologischem Anbau, mit Angaben zu Herkunft und Anbau.
  • Online: die größte Auswahl, auch seltene Öle. Achten Sie darauf, dass Etikett oder Produktblatt mit botanischem Namen und Charge abgebildet sind.

Wer Öle hauptsächlich für die Raumluft kauft, sollte zuerst wissen, was das eigene Gerät verträgt. Bevor Sie eine ganze Sammlung anlegen, hilft unser Überblick, welcher Diffuser zu welcher Duftnutzung passt.

Woran Sie zweifelhafte Angebote erkennen

Einige Signale wiederholen sich bei Ölen, die mehr versprechen, als in der Flasche steckt. Ein einzelnes davon ist noch kein Urteil, mehrere zusammen sprechen deutlich gegen den Kauf.

  • Jedes Öl der Reihe kostet gleich viel, ob Zitrone oder Rose.
  • Auf der Flasche steht nur Lavendel oder Rose, ein botanischer Name fehlt.
  • Das Öl wird als therapeutisch, heilend oder medizinisch wirksam beworben.
  • Es gibt weder Chargennummer noch Haltbarkeit noch Gefahrenhinweise.
  • Das Öl steckt in klarem Glas oder in einer Kunststoffflasche.

Wie viel auf einmal und wie lagern

Kaufen Sie von einem neuen Duft die kleinste Größe. Ein Öl, das beim Riechen am Fläschchen gefällt, kann im Raum ganz anders wirken, und angebrochene Öle altern. Zitrusöle verändern sich am schnellsten, Hölzer und Harze halten länger. Ein großer Vorrat lohnt sich nur bei einem Duft, den Sie wirklich täglich verwenden.

Gelagert wird kühl, dunkel und fest verschlossen, am besten stehend in einem Schrank, fern von Heizung und Fensterbank. Riecht ein Öl stumpf, stechend oder säuerlich, gehört es nicht mehr in die Raumluft. Wie viel Duft ein Gerät im Monat verbraucht und was das kostet, steht in unserer Rechnung der laufenden Duftkosten je Gerät.

Das passende Gerät zum Öl

Auf unserer Startseite vergleichen wir Aroma-Diffuser nach Raumgröße laut Hersteller, Lautstärke und Folgekosten, damit Öl und Gerät zusammenpassen.

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